ATEMNOT
Über den 23. September 2006, ein Samstag in Köln, Aachener Straße
Heiserkeit bis zum Erbrechen. Denn schreien musste man. Den Samstag in der hübschen Galerie. Hohe weiße Wände. Großes Schaufenster. Nur leider keine fetten Boxen. Ein selbst zusammengeschustertes Schmalspurarrangement musste herhalten.
Der 25x25x20cm große 15-Watt-Marshall-Amp in der Rolle der Gesangsanlage hatte dabei einen eher dürftigen Auftritt. Stimmbänder rissen wie die Kreuzbänder in den Knien am Tag zuvor.
Sich selber nicht hören. Schrecklich. Lauter! Lauter!! Immer lauter schreien. Am Ende das Ohr direkt an dem Amp halten müssen für ein Flüstern. Den Amp in die Luft halten. Total am Ende den Amp vor die verdutzten Gesichter halten und "Bis zum nächsten mal" brüllen.
Schmerzen in Hals, Bronchien und Lunge.
Den Schal umwerfen.
Das war Lösungs-Versuch #I.
Ergebnis: Ungenügend.
ATEMPAUSE.
Über den 30. September 2006, ein Samstag in Berlin, Skalitzer Straße
Seit einer ganzen verdammten Woche war man nun schon heiser wie nach zehn Packungen filterloser Gauloises. Der Zivildienst an den Werktagen schlauchte und machte die Umstände nicht besser. Doch kein Weg ging an Berlin vorbei.
Man versuchte das "Genussrauchen" weiter einzuschränken und den "Genuss" auf Hustenpastillen aus isländischem Moos zu verschieben, die einem wieder eine Stimme verleihen sollten.
Das war Lösungs-Versuch #II.
Ergebnis: Ausreichend.
Der Balsam, der sich von den Pastillen auf die Schleimhäute legte wurde taktvoll nach jedem Lutschen vom aggressiven Smog der nächsten Zigarette zerrieben.
Aber immerhin badete man in der Illusion, es ginge einem besser.
Kurz vor dem Auftritt machte sich Nervosität breit. Man wollte den tollen Veranstalter bloß nicht mit einer halbgaren Show enttäuschen. Aber alles lief reibungslos. Eine Atempause wurde einem nun nicht mehr gegönnt. Die Stimme war da. Wenn auch nicht so bei Kräften. Man fühlte sich wie Joe Cocker in den letzten Zügen. So gesehen immerhin "special".
ATEMPAUSE
Über den 31. September 2006, ein Sonntag in Berlin, Schönhauser Allee
Der Morgen war angenehm. Stumm wie ein Fisch saß man am Frühstückstisch und ergötzte sich an einer Tasse Kaffee. Man sagte dies und das würde helfen.
Also schüttete man eine Packung Pulverbrause aus der Apotheke mit einer Tablette Aspirin in ein großes Glas heißes Wasser.
Das war Lösungsversuch #III.
Ergebnis: Mangehaft.
Man fühlte sich während der Prozedur wie ein kleiner Hexenmeister mit dem Sprudel und Blubbern und der mysteriösen neon-orangen Farbe. Schmecken tat's darüber hinaus auch eher fragwürdig. Die Wirkung hingegen war interessant. Man fühlte sich etwas gesünder. Nur der Stimme verhalf dies auch nicht zur langersehnten Rückkehr.
Der isländische Moos war mittlerweile auch schon komplett vertilgt, dass man schnell noch einen Salbei-Tee und anderweitige Hustentabletten runtergekippt hat um die Illusion zu bewahren. Danach ging's gleich im Taxi-Galopp ins Studio um eine Single aufzunehmen. Vorfreude.
Im Studio wurde dann Kette geraucht. Rauchen.
Ja, das war Lösungsversuch #IV.
Ergebnis: Befriedigend.
Man spuckte immerhin etwas Stimme aus einem heraus. Geschrei wurde durch Flüstern ersetzt. Klingt befriedigend. Klinge wie zehn Jahre gealtert. Witzig.
Doch diese Version bleibt in Privatbesitz. Da geht noch mehr.
Halbe Sachen sind nicht. Lieber ganz. Ganz gesund.
MIT - Goodbook (sick version)
Heiserkeit bis zum Erbrechen. Denn schreien musste man. Den Samstag in der hübschen Galerie. Hohe weiße Wände. Großes Schaufenster. Nur leider keine fetten Boxen. Ein selbst zusammengeschustertes Schmalspurarrangement musste herhalten.
Der 25x25x20cm große 15-Watt-Marshall-Amp in der Rolle der Gesangsanlage hatte dabei einen eher dürftigen Auftritt. Stimmbänder rissen wie die Kreuzbänder in den Knien am Tag zuvor.
Sich selber nicht hören. Schrecklich. Lauter! Lauter!! Immer lauter schreien. Am Ende das Ohr direkt an dem Amp halten müssen für ein Flüstern. Den Amp in die Luft halten. Total am Ende den Amp vor die verdutzten Gesichter halten und "Bis zum nächsten mal" brüllen.
Schmerzen in Hals, Bronchien und Lunge.
Den Schal umwerfen.
Das war Lösungs-Versuch #I.
Ergebnis: Ungenügend.
ATEMPAUSE.
Über den 30. September 2006, ein Samstag in Berlin, Skalitzer Straße
Seit einer ganzen verdammten Woche war man nun schon heiser wie nach zehn Packungen filterloser Gauloises. Der Zivildienst an den Werktagen schlauchte und machte die Umstände nicht besser. Doch kein Weg ging an Berlin vorbei.
Man versuchte das "Genussrauchen" weiter einzuschränken und den "Genuss" auf Hustenpastillen aus isländischem Moos zu verschieben, die einem wieder eine Stimme verleihen sollten.
Das war Lösungs-Versuch #II.
Ergebnis: Ausreichend.
Der Balsam, der sich von den Pastillen auf die Schleimhäute legte wurde taktvoll nach jedem Lutschen vom aggressiven Smog der nächsten Zigarette zerrieben.
Aber immerhin badete man in der Illusion, es ginge einem besser.
Kurz vor dem Auftritt machte sich Nervosität breit. Man wollte den tollen Veranstalter bloß nicht mit einer halbgaren Show enttäuschen. Aber alles lief reibungslos. Eine Atempause wurde einem nun nicht mehr gegönnt. Die Stimme war da. Wenn auch nicht so bei Kräften. Man fühlte sich wie Joe Cocker in den letzten Zügen. So gesehen immerhin "special".
ATEMPAUSE
Über den 31. September 2006, ein Sonntag in Berlin, Schönhauser Allee
Der Morgen war angenehm. Stumm wie ein Fisch saß man am Frühstückstisch und ergötzte sich an einer Tasse Kaffee. Man sagte dies und das würde helfen.
Also schüttete man eine Packung Pulverbrause aus der Apotheke mit einer Tablette Aspirin in ein großes Glas heißes Wasser.
Das war Lösungsversuch #III.
Ergebnis: Mangehaft.
Man fühlte sich während der Prozedur wie ein kleiner Hexenmeister mit dem Sprudel und Blubbern und der mysteriösen neon-orangen Farbe. Schmecken tat's darüber hinaus auch eher fragwürdig. Die Wirkung hingegen war interessant. Man fühlte sich etwas gesünder. Nur der Stimme verhalf dies auch nicht zur langersehnten Rückkehr.
Der isländische Moos war mittlerweile auch schon komplett vertilgt, dass man schnell noch einen Salbei-Tee und anderweitige Hustentabletten runtergekippt hat um die Illusion zu bewahren. Danach ging's gleich im Taxi-Galopp ins Studio um eine Single aufzunehmen. Vorfreude.
Im Studio wurde dann Kette geraucht. Rauchen.
Ja, das war Lösungsversuch #IV.
Ergebnis: Befriedigend.
Man spuckte immerhin etwas Stimme aus einem heraus. Geschrei wurde durch Flüstern ersetzt. Klingt befriedigend. Klinge wie zehn Jahre gealtert. Witzig.
Doch diese Version bleibt in Privatbesitz. Da geht noch mehr.
Halbe Sachen sind nicht. Lieber ganz. Ganz gesund.
MIT - Goodbook (sick version)
dimas - 10. Mrz, 13:08

